IKOU TSCHÜSS! Ein Interview mit Guya Marini – Sweet Magazin

IKOU TSCHÜSS! Ein Interview mit Guya Marini

Seit 2006 entwerfen Guya Marini und Carmen D'Apollonio unter dem Namen "Ikou Tschüss" Objekte und Fashion. Ihre Designs werden seit 2010 in einem Flagshipstore in Zürich verkauft. Ikou Tschüss ist persönlich und einzigartig, wie auch die Kooperationen mit den französischen Brands Celine oder CristaSeya und der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas.

Interview: Sweet Communication

Beide Designerinnen sind italienischer Abstammung, in Zürich geboren und aufgewachsen. Zuvor arbeitete Guya als Stylistin in Paris und Carmen als Assistentin des renommierten Künstlers Urs Fischer in New York. Guya und Carmen teilen die Leidenschaft für handgefertigte Objekte und Kleidung und haben sich für die Verwendung von Naturfasern und Recycling-Materialien entschieden.

Hi Guya, erzählst du uns kurz, wer du bist? Welche Worte beschreiben dich am besten?

HAHAHA, ich liebe es, das Lachen! Ich würde sagen: intuitiv, neugierig, experimentierfreudig, konzeptlos und ehrlich… Ich bin dankbar für mein Leben und für das, was ich machen darf und was ich am besten kann – das macht mich glücklich.

Du und deine Geschäftspartnerin Carmen seid langjährige Freundinnen, aber auch ein kreatives Duo – was macht eure Partnerschaft aus und was gefällt dir an der Zusammenarbeit mit Carmen bei kreativen Projekten am besten? 

Es ist wie Ping-Pong spielen, um so kreativer man wird, um so spannender der Austausch und um so schöner das Spiel und das Ergebnis.

‚Ikou‘ be­deu­tet auf Japanisch ‚los geht’s‘ – wieso Japan? 

Unser Start war wie unsere Ideen: spontan und freigelöst von jeglichem Konzept. Wir dachten ein mit der Recycling Schur umhäkeltes Seidentuch wäre eine Eintagsfliege und würde nicht lange überleben. Weil wir unbedingt nach Japan eingeladen werden wollten, dachten wir an diesen halb Japanisch/halb Deutschen Namen, der – wie wir später  erfahren haben – unsere japanische Fangemeinschaft sehr zum Lachen gebracht hat….

Eure Designs sind meist unique Einzelstücke, vorwiegend abstrakt, und ihr verwendet eine Vielfalt an unterschiedlichsten Farben und Färbetechniken. Was gefällt dir an den dieser künstlerischen Ausdrucksform am besten? Transportieren eure Designs eine Message?

Wir wollten alte Handwerkskunst wieder aufleben lassen. Weil wir gerne mit unseren Händen arbeiten, haben wir kein Konzept geschrieben sondern einfach drauf losgestartet. Einfach machen und wieder verwerfen oder auf den Kopf stellen und was ganz anderes draus machen – das war der Spaß am gemeinsamen Kreieren. Carmen hat ein Teil angefangen und ich habe es dann fertiggestellt. Oder es wurde über die Jahre nie fertig bis es dann Zeit und Raum fand. Es ist ein Luxus so arbeiten zu können. Ich denke, wenn alle so arbeiten dürften, gäbe es weniger Stress und Unzufriedenheit. Unsere Message war und ist es immer noch, das wir recycelte Stoffe, Naturmaterialien und Garne für ein neues Produkt verwenden…  nur so, dass es die Erde einigermaßen verdauen kann…

Was ist das älteste Kleidungsstück in deinem Kleiderschrank? 

Das Softball Trainerhemd von meinem Vater mit handbesticktem Namen und Logo der Mannschaft – es war damals die erste Baseball-Frauenmannschaft in der Schweiz und mein Vater war der Trainer.  

Du richtest auch Häuser ein. Wie kam es dazu?

Die Anfragen kamen durch Kundinnen, die bei uns einkaufen. Sie kennen unseren Geschmack und wissen unser Handwerk zu schätzen – und vor allem ist uns kein Hindernis zu groß, es gibt immer einen Weg und dieser ist oftmals spannender.

Wofür stehst Du morgens auf?

Um zu lernen und das, was ich gelernt habe zu teilen.

Zum Schluss noch drei entweder/oder Fragen:

Neu oder Vintage? Vintage.
Kunst oder Design? Kunst.
Zuhause oder unterwegs? Unterwegs nach Hause.

Photography: Christian Knörr & Helvetia Leal, Johanna Hullár

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